Hier haben wir die häufigsten Fragen zur geplanten Volksschule zusammengefasst:

 

Welche Kinder werden in die Kompass-Schule Ried im Innkreis aufgenommen?

Die „Kompass-Schule Ried im Innkreis – Evangelische Schule für ganzheitliches Lernen“ steht grundsätzlich allen Kindern offen, unabhängig von Religion, Hautfarbe, Geschlecht und Einkommen der Eltern. Die Entscheidung fällt der Vorstand nach Abstimmung mit der Schulleitung und ausführlichen Vorgesprächen mit den Eltern und dem betroffenen Kind.

 

Sind alle Kinder geeignet für die Montessori Pädagogik?

Die Montessori Pädagogik eignet sich für Kinder mit allen Begabungsrichtungen. Wenn Montessori Schüler malen, zeichnen, plastizieren oder bildhauen, geht es dabei nicht so sehr um das Ergebnis, als vielmehr um den Prozess. An dem Prozess üben die Kinder und Jugendlichen eine Vielzahl von Fähigkeiten über das rein künstlerische Gestalten hinaus. Montessori Pädagoginnen und -pädagogen sind bestrebt, den Verstand, die Kreativität und die Persönlichkeit ihrer Schülerinnen und Schüler gleichgewichtig zu entwickeln und auf die jeweiligen Entwicklungsstufen bestmöglich einzugehen.

 

Stimmt es, dass es in einer Montessori Volksschule keine Noten und keine Tests gibt?

Ja, das stimmt. Es gibt allerdings als Alternative sehr profunde Dokumentationen über die Arbeits- und Entwicklungsfortschritte der Kinder in den jeweiligen Entwicklungsstufen. Während der Übertrittsphase in die Regelschule werden die Kinder gezielt auf Prüfungssituationen vorbereitet.

 

Stimmt es, dass die Kinder in einer Montessori Schule keine Hausübungen bekommen?

Hausübungen sind in der Regel nicht vorgesehen, da Kinder in der Zeit, in der sie an der Schule sind (8:10 bis 12:30 Uhr) sehr intensiv arbeiten. Es kommt aber vor, dass Kinder von sich aus, Hausübungen machen möchten. Dabei werden sie selbstverständlich von den Pädagoginnen und Pädagogen unterstützt.

 

Stimmt es, dass die Kinder in einer Montessori Schule tun können, was sie wollen?

Nein, das stimmt natürlich nicht. Ganz im Gegenteil: Montessori Schülerinnen und Schüler haben ein klar definiertes Arbeitspensum, das sie mit den Entwicklungsmaterialien und der kosmischen Erziehung erarbeiten. Sie werden bei diesem Prozess aber ganz gezielt auf selbständiges Arbeiten und Dokumentieren vorbereitet.

 

Was heißt „Schule mit Öffentlichkeitsrecht“?

Die „Kompass-Schule Ried im Innkreis – Evangelische Schule für ganzheitliches Lernen“ ist eine Schule, die vom „Evangelischen Verein für ganzheitliches Lernen“ getragen wird, das Öffentlichkeitsrecht ist angestrebt. Es ist daher eine enge Zusammenarbeit mit dem zuständigen Bezirksschulrat und Landesschulrat für Oberösterreich geplant. Es wird dabei insbesondere auch darauf geachtet, dass der Lehrplan für die österreichischen Volksschulen und Neue Mittelschulen im Rahmen des Montessori -Unterrichts erfüllt wird.

 

Stimmt es, dass alle Schülerinnen und Schüler gemeinsam unterrichtet werden?

Montessori Schülerinnen und Schüler werden in altersgemischten Gruppen unterrichtet, da durch viele Studien in der Entwicklungspsychologie (siehe insbesondere auch Neurobiologe Gerald Hüther) belegt ist, dass Lernen in Altersmischung die optimalste Form des Lernens darstellt. In der Kompass-Schule Ried in Innkreis ist geplant, dass jeweils mehrere Jahrgänge altersgemischt lernen.

 

Lernt mein Kind genug in Montessori-Einrichtungen, wird auch Leistung gefordert, wenn es "nur" frei wählen soll?

Freie Wahl ist das leitende pädagogische Prinzip, aber es gibt auch die Pflicht des Erziehers (der Erzieherin) oder Lehrers (der Lehrerin), dem Kinde oder Schüler etwas anzubieten, was es seiner Entwicklung nach können müsste oder wo es immer einen "Bogen" um die Sache machte. Vorrangig sind auch hier die sorgfältige Beobachtung der Kinder und die Fähigkeit des Erziehers (der Erzieherin), dem Kinde wiederholt und ggf. auf neue Weise eine Aufgabe zu geben. In der Schule sollte der Grundsatz beim Schüler sein: keine Stunde ohne selbst gestellte Aufgabe. Ein an der Wand ausgehängter Wochen- oder Monatsplan des zu lernenden Stoffes kann eine Motivations- und Orientierungshilfe für den Schüler sein. Also: Der Wahlfreiheit steht - mit zunehmendem Alter - auch die Zunahme selbst gestellter Aufgaben und Pflichten gegenüber. Fördern und Fordern sind Grundprinzipien der Montessori-Pädagogik. Die Alters- und Leistungsmischung in Montessori-Einrichtungen sind eine wesentliche Hilfe für das Kind, sich von stärkeren, schnelleren oder besseren Kindern bzw. Schülern motivieren zu lassen. Kinder suchen und wollen auch den Leistungsvergleich, aber unter sich und nicht den vom Lehrer (von der Lehrerin) angestachelten Wettbewerb und Leistungsdruck ohne Rücksicht auf die individuelle Leistungsfähigkeit. Außerdem ist ein Kind, das sich keine Aufgabe stellt oder übernimmt, immer auch ein Signal für den Pädagogen (die Erzieherin), hier sorgfältig zu beobachten und zu forschen, was ggf. mit diesem Kind nicht in Ordnung ist - sei dies nun in der Klasse, in seinem Verhältnis zum Lehrer (zur Lehrerin) oder außerhalb der Schule und in der Familie. Ein gutes Einvernehmen zwischen Montessori-Einrichtungen und den Eltern ist die Grundlage einer erfolgreichen Erziehung.

 

Erfüllen die Kinder nach dem Besuch der Montessori Schule den Lehrplan der österreichischen VS und NMS?

Ja, das wird unter anderem gewährleistet durch die regelmäßige Inspektion von Bezirksschulrat und Landesschulrat (1 bis 2 Mal jährlich).

 

Weitere häufige Fragen zur Montessori-Pädagogik und Erfahrungen dazu in Österreich finden Sie auf der Homepage des "Verein Montessori Oberösterreich" unter folgendem Link:

http://www.montessori-oberoesterreich.at/index.php?option=com_content&view=article&id=28&Itemid=16;