Warum wollen wir ein regelmäßiges Coaching durch externe Expertinnen und Experten?

Die Kompass-Schule versteht sich als "Lernende Organisation": Als solche sind wir ständig auf dem Weg: Wir wollen auf unseren Stärken aufbauen, unsere Schwachstellen erkennen und uns laufend verbessern. Daher haben wir uns zu einer kontinuierlichen Zusammenarbeit mit dem international renommierten Montessori-Pädagogen Claus-Dieter Kaul entschlossen: Er besucht uns zweimal im Schuljahr als "kritischer Freund": Besucht den Unterricht, beobachtet, gibt uns Rückmeldungen, wo wir schon gut sind und Anregungen, was wir noch besser machen können. Dadurch wachsen wir - und unsere "Montessorikinder und -Jugendlichen" mit uns.

 

Seit einem Jahr begleitet uns nun auch Carolina Abel gemeinsam und abwechselnd mit Claus-Dieter Kaul - wir profitieren von unterschiedlichen Blickwinkeln, die uns wieder neue Inspirationen für den Schulalltag bringen.

 

Die Coaching-Berichte, die sie uns nach ihren Hospitationen übermittelt haben, teilen wir gerne hier mit Ihnen:

 

10.1.2018

Bericht zum Coachingbesuch

Carolina Abel, Montessori-Akademie Biberkor,

 

Am Mittwoch den 10.1.2018 hospitierte ich anlässlich eines Coaching-Termins erstmals in der Kompass Schule in Ried.

 

Für die Pädagoginnen dort beginnt der Schultag lange bevor die Schülerinnen und Schüler kommen. Sie bereiten die Räume für den neuen Schultag vor, sodass sie danach die ankommenden Kinder und Jugendlichen entspannt begrüßen können. Manche kommen schon um 7:15 Uhr, andere erst gegen 8:00 Uhr.

 

Zunächst beobachtete ich, wie die Kinder in der Stufe 1-4 ("Volksschule") nach der Begrüßung der Lehrkräfte ihren Tag individuell beginnen. Manche orientieren sich beim Eintreten in den Raum zuerst an der Tafel über den Tagesplan, um anschließend  ihre erste Arbeit für den heutigen Tag auszuwählen.

 

Sehr beeindruckend war für mich, den großartig ritualisierten Morgenkreis in der Grundstufe zu beobachten. Hier erlebt sich jede/r SchülerIn aktiv in die Gemeinschaft eingebunden, übt das Zuhören, sich zu exponieren, sich einzufügen – und all dies in einem für sie/ihn überschaubaren Rahmen.

 

Auch bei der an den Morgenkreis anschließenden Gruppenpräsentation sind die SchülerInnen zu aktiver Mitarbeit eingeladen. Die Lehrkraft bedankt sich am Ende der Präsentation bei den SchülerInnen für deren Aufmerksamkeit und entlässt sie in die Freiarbeit.

 

In der äußerst klar und ansprechend gestalteten vorbereiteten Umgebung fällt die Arbeitswahl der SchülerInnen auch recht vielfältig aus. Sie reicht vom Üben mit der Pipette übers Geschichten Schreiben bis hin zu einer Einzelpräsentation am Schachbrett. In den Räumen herrscht eine angenehme „geschäftige Ruhe“.

 

Im späteren Verlauf des Tages gibt es in der Unterstufe eine zweite Präsentation: Satzgliedanalyse. Die Kinder arbeiten aktiv mit und am Ende der Präsentation sagt die Lehrkraft:“ Wer jetzt mit mir weiterspielen will, bleibt da. Wer was anderes machen will, hat jetzt Freiarbeit.“ Einige Kinder bleiben da, andere greifen ihre zuvor unterbrochene Arbeit wieder auf oder beginnen etwas Neues. Sie haben die freie Wahl – und das ist wichtig. So ist sichergestellt, dass sie sich im Treffen von Entscheidungen üben können, mit allem was dazugehört. Da zwei Pädagoginnen im Raum sind, gibt es für die Kinder immer eine Ansprechpartnerin, falls sie Hilfe benötigen sollten.

 

Im Laufe des Tages erlebe ich immer wieder, wie den Schülerinnen der Klang einer wunderschönen Musik das Ende der jetzigen Arbeitsphase ankündigt und ihnen das Zeitfenster fürs Aufräumen gibt. So gestalten sich die Übergänge von der Freiarbeit zum Morgenkreis oder zur Jause und zur Pause hin fast wie von selbst. Die Kinder sind gut orientiert, hilfsbereit und halten sich an Regeln.

 

Gegen 9:30 komme ich in der Mittelstufe gerade rechtzeitig, um noch die letzte Phase einer Gruppenpräsentation zu sehen. Die Lehrkraft sitzt mit sechs SchülerInnen am Boden an einem großen Koordinatensystem. Dieses von der Lehrkraft selbst erstellte Material beeindruckt die Schüler sehr! Sie arbeiten aktiv mit. Nachdem die meisten von ihnen nach und nach dazu übergehen, am Tisch das Gelernte in bereitgestellten Aufgaben anzuwenden, verbleibt die Lehrkraft mit einer Schülerin am Koordinatenfeld und holt aus einem anderen Raum noch ein Mädchen hinzu, das sich zurückgezogen hatte. Der anfänglich ablehnend/passiven Haltung dieser Schülerin begegnet die Lehrkraft mit Freundlichkeit und Geduld. Sie gibt der Schülerin die erforderliche Zeit, sich in dieser Situation einzufinden und vermittelt ihr, dass sie hier wichtig und willkommen ist. Sobald bei dem Mädchen ein Funke von Interesse und Aktivität auftaucht, gibt die Lehrkraft hierfür Raum und verstärkt dieses Verhalten. Anfangs lag in dieser Situation die meiste Aktivität bei der Lehrkraft. Je aktiver die beiden Mädchen werden, umso stiller und beobachtender wird die Lehrkraft. Mit großem Fingerspitzengefühl begleitet sie die Schülerin von einer „Das-kann-und-will-ich –nicht-Haltung“ übers vorsichtige Ausprobieren hin zu der freudigen „das-kann-ich- und- es -macht-Spaß-Erfahrung“.

 

Selbstverständlich ist diese intensive Zuwendung für diese zwei Schülerinnen nur möglich, weil alle anderen im Raum gerade selbständig arbeiten können.

 

Im hinteren Bereich des Raumes arbeitet die ganze Zeit über eine Schülerin mit den Perlenstäben und dem Schachbrett. Sie wird über einen langen Zeitraum hinweg von einer Pädagogin dabei unterstützt. Und in einem anderen Raum recherchiert ein Schüler am PC, während andere sich mit Materialien zur Satzgliedanalyse befassen.

 

Das Mittagessen wird im Dachgeschoss eingenommen. Die Gruppe ist daran gewöhnt, mit einem gemeinsamen Tischspruch zu beginnen. Es herrscht eine freundlich-rücksichtsvolle Atmosphäre und die SchülerInnen gehen achtsam mit dem Essen um. Und mir schmeckt`s. Das Essen ist lecker!

 

 

 

Nach dem Mittagessen entsteht bei den Großen ein spontanes „Kampfspiel“. Hierfür haben sie den Raum etwas freigeräumt. Ich bin von dem Regelverhalten und der Fairness der Schüler sehr beeindruckt. Aufkommende Konflikte werden ruhig gelöst.

 

Als die Lehrkraft kommt und mit dem Unterricht beginnen will, räumen alle gemeinsam blitzschnell auf, obwohl sie sicherlich gerne weitergespielt hätten. Aber sie respektieren den Rahmen und die Regeln der Gemeinschaft.

 

Getragen wird diese positive Atmosphäre in der Schule von der vertrauensvollen Beziehung zwischen den Erwachsenen und den SchülerInnen.

 

 

 

Starnberg, den 1.2.2018

 

Carolina Abel

 

März 2017:

Claus-Dieter Kaul hat uns wieder ein externes Bild zum Entwicklungsstand unserer Schule gezeichnet. Wir sind sehr zufrieden damit - und diesmal hat er das, was er bei uns sah, auch noch vor dem Hintergrund von Aussagen internationaler Experten aus der Gehirnforschung/ Medizin und Pädagogik beleuchtet. Wir freuen uns, dass wir standhalten können! ... und gleichzeitig Anregungen zu einschlägiger Literatur weitergeben können...  

 

Besuch in der Kompass-Schule Ried am Montag, 6. März 2017

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"Nach lange Zeit war ich wieder einmal einen ganzen Tag lang zu Gast in den beiden Lerngruppen (Unterstufe und Mittelstufe) der Kompass-Schule.

In den Räumen ist nach wie vor eine sehr inspirierende vorbereitete Umgebung vorhanden, die alle Interessensgebiete der Kinder in der 2. Entwicklungsstufe anspricht.

Die vier Lehrkräfte in den beiden Lerngruppen sind sehr präsent und es ist zu bemerken, dass hier die Anforderung des Mediziners Joachim Bauer („Lob der Schule) vollkommen erfüllt werden: „Die Schule muss Voraussetzungen für gelingende Bildung schaffen durch konstruktive, das Lernen befördernde Beziehungen. Bei den Präsentationen der Lehrkräfte während des Vormittags

 

- Satz der Woche mit Zuordnung der Wortarten-Symbole (Unterstufe)

- Gedicht des Monats (Unterstufe)

- Geburtstagsritual (Unterstufe)

- Henri Rousseau – als Stellvertreter des Surrealismus (Mittelstufe)

- Der Kreis mit all seinen Besonderheiten (Mittelstufe)

 

konnte ich beobachten, wie sich die Lehrkräfte selbst für die Inhalte begeistern können – eine Grundvoraussetzung für eine gute Resonanz, wie es Hartmut Rosa in seinem gleichnamigen Buch zum Ausdruck bringt. Es war ersichtlich wie Mittels Resonanz zwischen den Lehrkräften und den Kindern Neugier und Begeisterung übertragen werden. Dadurch war auch selbstverständlich, dass die Kinder sich nach der Präsentation sofort wieder ihrer persönlich gewählten Arbeit widmeten – viele jedoch unmittelbar den neuen Inhalt aufgriffen, um hieran weiterzuarbeiten und zu üben.

In der Reflexionsrunde am Nachmittag mit den Lehrkräften und 2 Mitgliedern des Vorstands, die auch gleichzeitig Eltern an der Schule sind, wurde deutlich, dass in dieser Schule eine gute „Erziehungspartnerschaft“ zwischen Lehrkräften und Eltern einen hohen Stellenwert haben. So fordert auch Gerald Hüther (Neurobiologe) als Grundvoraussetzung für optimale Bildung, dass Eltern und Lehrer Erziehungspartner werden, die nicht in erster Linie auf maximale Förderung und gute Schulabschlüsse spekulieren, sondern ein gemeinsames Interesse an der Entfaltung der Entwicklungspotentiale eines Kindes und Jugendlichen haben.

Ich bedanke mich für die Offenheit mit der mir an diesem Tag Kinder und Erwachsene begegneten und hoffe auf eine weitere gute Zusammenarbeit.

 

Claus-Dieter Kaul (international anerkannter Montessori-Pädagoge und Berater vieler Bildungseinrichtungen)

6. Mai 2015

Bereits zum zweiten Mal in diesem Schuljahr hat Claus-Dieter Kaul den Vormittag im Unterricht verbracht, am Nachmittag hat er mit uns seine Beobachtungen besprochen und uns Empfehlungen zu unserer Weiterentwicklung gegeben. Jetzt ist auch sein schriftlicher Bericht zur Hospitation angekommen. Wir freuen uns, dass der Bericht auch ein lebendiges Bild vom Schulalltag vermittelt ... bitte lesen Sie selbst:

 

 

Bericht zum Besuch in der Kompass-Schule in Ried am Mittwoch, 6.5.2015

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Ein halbes Jahr nach der Eröffnung der Kompass-Schule konnte ich mir heute wieder ein Bild von der Entwicklung der Schule machen. In der jahrgangsgemischten Klasse arbeiten inzwischen 16 Kinder zwischen 6 und 10 Jahren mit 2 Lehrkräften zusammen. Wie schon bei meinem ersten Besuch war ich zutiefst beeindruckt von der intensiven Arbeitsatmosphäre. Um 8.15 Uhr sitzen alle Kinder mit den Lehrkräften um einen runden Teppich, um sich von einer Lehrerin die Multiplikation mit dem Markenspiel (324 x 23) zeigen zu lassen: ein Mädchen führt hierbei die Handlung aus; ein Junge notiert parallel dazu alles auf einem Papierbogen und die Lehrerin begleitet alles mit der entsprechenden Sprache. Ganz selbstverständlich benutzt sie Begriffe wie “Multiplikand” und “Multiplikator”. Alle anderen Kinder verfolgen die Abläufe mit großem Interesse. Zum Schluss macht die Lehrerin noch darauf aufmerksam, dass die gleiche Aufgabe auch mit dem Murmelbrett gelegt werden kann.

Nach ca. einer halben Stunde begibt sich jedes Kind an seine selbst gewählte Arbeit, wobei Lukas sofort die Multiplikation mit dem Murmelbrett ausprobiert. Im Anschluss wählt Sophie die Arbeit mit dem Murmelbrett und beginnt selbständig zu rechnen.

Simon hat sich für eine besonders schwere Multiplikationsaufgabe mit dem Markenspiel entschieden: 24 345 x 24. Mit ein wenig Unterstützung von mir bewältigt er diese Aufgabe problemlos und schreibt anschließend auch alles in sein Heft.

Um die große Vielfalt der Tätigkeiten aufzuzeigen, die alle zeitgleich stattfinden (typisch für eine Montessori-Schule), hier eine Auflistung:

- Aurelia schreibt ein Referat über Flamingos

- Lena gestaltet ein Plakat zum Thema “Igel”

- Samuel ist mit “Asien” beschäftigt und steckt mit Fähnchen Flüsse-, Länder- und   Städtenamen auf die Karte, nachdem er diese auf einer beschrifteten Karte gesucht hat.

- Christoph und Marlon arbeiten mit den Grammatikkästen, schreiben die Sätze in ihr Heft und malen die Wortsymbole dazu.

- Samuel schreibt ein Referat über die Wüstenrennmaus

- Tabea ordnet auf der Europakarte die Namen der Städte und Länder zu.

- Alexandra, Johanna und Elisa machen sich ein kleines Büchlein mit Informationen aus der “Kontinenten-Kiste”.

- Maximilian ist mit einem “Einmaleins-Spiel” beschäftigt.

- Elisa bearbeitet Sätze und bestimmt dabei die Satzglieder.

- Elisabeth schreibt ein Referat über die Katze.

Zwischendurch gehen Kinder immer wieder zum Legebrett mit dem Markenspiel und zum Murmelbrett, um noch einmal eine selbst gewählte Multiplikationsaufgabe auszuprobieren.

Nach einer kurzen Pause (10.30 Uhr – 10.50 Uhr) gestalten einige Kinder eine Muttertagskarte, während andere ihre bereits begonnene Arbeit fortsetzen.

Als um 12.15 Uhr leise Musik ertönt, räumt jedes Kind ganz selbstverständlich seine Arbeit weg und trägt all seine Tätigkeiten in sein persönliches Tagebuch ein. Samuel trägt zusätzlich die wichtigsten Ereignisse des Tages in ein Klassentagebuch ein.

Es ist ein Glück für die Kinder, die bereits in der vierten Schulstufe sind, dass sie nun “nahtlos” in der NMS der Kompass-Schule weiterlernen können und sie hier die im ersten Jahr der Kompass-Schule erworbene Selbstständigkeit und Autonomie auf der Basis der Montessori-Pädagogik weiterleben können.

Auch hier erwartet die Kinder eine reichhaltige vorbereitete Umgebung mit interessanten Materialien, die dem Lehrplan der NMS entsprechen und natürlich auch teilweise weit über diesen Anspruch hinausgehen.

Es wird für die Kinder der Kompass-Schule eine Freude sein, mit ihrem Vorbild neu hinzukommende Kinder ganz schnell in die besondere Art des eigenverantwortlichen Lernens einzuführen.

Ich bin überzeugt davon, dass das erweiterte Team der Kompass-Schule auch im nächsten Schuljahr eine sehr engagierte und erfolgreiche Arbeit im Sinne der Montessori-Pädagogik durchführen wird.

Besonders freue ich mich, dass ich diese Arbeit auch weiterhin begleiten und unterstützen kann.

Mit den besten Wünschen

Claus-Dieter Kaul

Pädagogischer Leiter der Akademie Montessori Biberkor – ehemals “ Institut für ganzheitliches Lernen “

 

Mehr Informationen über die Akademie erhalten Sie über:

www.akademie montessori biberkor.de

Claus-Dieter Kaul

Institut für ganzheitliches Lernen

Rosenstrasse 1

D-83684 Tegernsee

www.ifgl.de / service@ifgl.de

Fon: 08022-662230 Fax: 08022-662230

 

24. November 2014 

 

 

Am Vormittag des Montag, 24. November 2014, besuchte der international renommierte Montessori-Experte Claus Dieter Kaul unseren Unterricht, beobachtete kritisch und reflektierte  einen Nachmittag lang mit uns seine Beobachtungen. Als Berater und Coach entwickelte er mit uns Perspektiven und Wege für die Zukunft.... 

 

Reflexion zu meinem ersten Besuch in der Kompass-Schule – seit Schulbeginn – am Montag, 24. November 2014

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Bei meinem letzten Besuch in den Schulräumen im August 2014 konnte ich sehr schön renovierte Räume mit noch fast leeren Regalen bewundern.

 

Nun war ich zutiefst beeindruckt, wie in kürzester Zeit die Lehrerinnen – gemeinsam mit engagierten Eltern – die drei Lernräume zu einem wahren “Eldorado des Lernens” eingerichtet haben.

Es gibt einen Raum mit dem Schwerpunkt “Mathematik”; einen Raum mit dem Schwerpunkt “Sprache” und “künstlerisches Gestalten” und einen Raum mit dem Schwerpunkt “Kosmische Erziehung”.

In den Regalen und an den Wänden sind alle “Lehrplanthemen” für die Volksschule und sogar schon darüber hinaus mit wertvollsten Materialien so angeordnet, dass sich jedes Kind mit der größtmöglichen

Selbstständigkeit mit Wissen bereichern kann.

Dies wird natürlich unterstützt durch regelmäßige Angebote (“Darbietungen”) vonseiten der Lehrkräfte.

 

Ich erlebte nun einen intensiven Arbeitsvormittag in der Schule und möchte mich hier bei den Lehrkräften und den Kindern für ihre Offenheit und Freundlichkeit bedanken.

So konnte ich gleich zu Beginn des Vormittags sehen, wie 13 Kinder sehr diszipliniert mit den beiden Lehrkräften anhand eines Klassentagebuches noch einmal die letzte Woche Revue passieren ließen und das Gedicht der Woche besprachen.

 

Nach einer viertel Stunde begannen alle Kinder sofort mit ihren selbst gewählten Arbeiten:

Einige Kinder machten sich sofort daran, das Gedicht der Woche abzuschreiben; ein Kind arbeitete mit der “Kontinenten-Kiste” und ordnete den Kontinenten typische Tiere zu, deren Bilder sie auch sofort in ein Heft klebte, den Kontinent dazu abmalte und dann die Namen der Tiere dazuschrieb; ein anderes Kind beschäftigte sich mit einer Puzzlekarte mit den Ländern Afrikas; ein Mädchen trug die Namen der österreichischen Bundesländer mit ihren Hauptstädten in ein Heft ein und klebte Bilder mit den dazugehörigen Länderwappen dazu; ein Junge machte Additionsaufgaben im Zahlenraum bis 1000 mit dem Rechenrahmen; ein anderer Junge machte Multiplikationsaufgaben im Zahlenraum bis 1000 mit dem sog. “Schachbrett”; ein Junge zeichnete alle europäischen Länder von der “Europapuzzle-Karte” in ein Heft, um danach diese anhand der Umrisse wiederzuerkennen und mit den Namen zu versehen und viele Aktivitäten mehr...

 

Nach einer Stunde stellte die Klassenlehrerin die Arbeit mit der Evolutionszeitleiste vor und sprach mit den Kindern über die Veränderungen, die auf unserer Erde in vielen Millionen Jahren stattfanden – bezüglich der Kontinentalverschiebungen; Eiszeiten; im Pflanzenreich und im Tierreich usw.

Nach dieser Darbietung stürzten sich einige Kinder regelrecht auf das Material, um es vollständig zu bearbeiten.

 

Nach einer Brotzeit und Bewegungspause von 30 Minuten saßen die Kinder wieder pünktlich um den großen runden Teppich und besprachen mit den Lehrkräften, wie sie gemeinsam einen Adventskalender gestalten können.

Dies griffen auch sofort wieder einige Kinder auf und fingen an, den Adventskalender zu gestalten, während andere Kinder unmittelbar daran gingen, ihre begonnenen Arbeiten fertigzustellen.

 

Zum Schluss des Vormittags trug jedes Kind noch in sein persönliches Freiarbeitsheft alle Aktivitäten ein, die es an diesem Tag gemacht hat.

 

Ich möchte hiermit meinen großen Respekt den Lehrerinnen gegenüber ausdrücken, die es möglich gemacht haben, dass in solch kurzer Zeit – von Beginn des Schuljahres bis jetzt – alle Kinder als neugierige, freudvolle, leidenschaftliche “Lerner” zu beobachten waren – “wahre Montessori-Kinder”, obwohl alle Kinder Quereinsteiger in dieser eigenverantwortlichen Art zu lernen sind.

 

Ich wünsche der Schule – auch für den weiteren Aufbau der im nächsten Schuljahr beginnenden Neuen Mittelschule  - viel Erfolg  und dass viele Kinder – gemeinsam mit ihren Eltern – in den Genuss dieser Lernumgebung kommen können.

 

Claus-Dieter Kaul

(Leiter des Instituts für ganzheitliches Lernen in der Akademie Biberkor e.V.)

 

Mehr Informationen über das Institut erhalten Sie über die homepage www.ifgl.de